Partenkirchen erleben e.V.  
Verein zur Verschönerung und Belebung von Partenkirchen

Historische Ludwigstraße

Am oberen Ende der Ludwigstraße, dem damaligen Ortsausgang, begann die besonders schwierige und vor allem gefährliche Wegstrecke für die Fuhrwerke. Darin liegt auch der Grund der Entstehung einer Kapelle. In dieser Zeit wurde die Mariahilfkapelle oder Gsteigkapelle erbaut. Die Fuhrleute baten dort um göttliche Hilfe und hinterlegten kleine Gaben. 1867 wurde die Kapelle wieder aufgebaut und sie erhielt eine Muttergottes-Statue von Lourdes. 

Die katholische Pfarrkirche Maria-Himmelfahrt in der Ludwigstraße  wurde nach dem großen Marktbrand von 1865 im neugotischen Stil von 1868 - 1871 neu gebaut. Als besonderes Prunkstück beherbergt die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ein von Letterini im Jahr 1731 in Venedig erstelltes Gemälde mit der Szene der Himmelfahrt Mariens. Gestiftet wurde das Bild damals von einem Kaufmann, der mit einer Partenkirchnerin verheiratet war. Und weil diese sehr hübsch war, soll sie für die Maria Modell gesessen haben. Nennenswert ist zudem der fast lebensgroße geschnitzte Christus am Kreuz von Ignatz Günther, dem bedeutendsten Bildhauer des bayerischen Rokoko.

Geht man durch die Ludwigstraße, kommt man an zahlreichen Häusern und Zeitzeugen vorbei: neben Lüftlmalerei, lustigen Haussprüchen und kunstfertigen Nasenschildern erkennt man noch heute ehemalige Ballenhäuser, einige von den großen Marktbränden verschonte Häuser in Orginalbauweise, die alte Posthalterei und beliebte Unterkunft von König Ludwig II, das Haus des Kniefalls Barbarossas, das ehemalige Partenkirchner Rathaus, das Goldene Dachl von Partenkirchen und ehemalige Gehöfte der Rottfuhrleute mit den typischen Tennentoren. 

Das Sebastianskircherl in der unteren Ludwigstraße ist durch die Kulisse des Wettersteinmassivs ein sehr beliebtes Fotomotiv. Die Kapelle steht neben dem ehemaligen Pestfriedhof aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Damals war dies noch eine Stelle außerhalb des Ortes. Der Friedhof wurde hier gewählt, um Ansteckungen mit der Pest zu vermeiden. Im Jahre 1924 wurde der Friedhof aufgelöst und schließlich ein Kriegerdenkmal errichtet. Josef Wackerle entwarf den Platz und das Gemälde mit dem apokalyptischen Reiter auf der Fassade der Kapelle.

Unser Insider- TIPP: Zwischen Ludwigstraße Hausnummer 4 und 8 findet sich das sogenannte Fugger-Gaßl, das man über eine Steintreppe erreicht. Hier bietet sich ein einmaliger Blick über Partenkirchen und auf die Berge.